Wagyu Inforeise – USA

Die letzte Station der Reise von Sepp Krätz bildeten die USA, genauer gesagt die Wagyu-Ranch von Dan Morgan in Burwell, Nebraska. Dieser Familienbetrieb züchtet seit den frühen 1990ern Wagyus und ist damit eine der ersten Ranches überhaupt in den USA, die Erfahrungen mit den japanischen Rindern sammeln konnte. Die Rinder werden ausschließlich im Freien gehalten, auch wenn das Klima Nebraskas im Sommer zu großer Hitze und im Winter zu strenger Kälte neigt. Gefüttert werden die Tiere mit Mais, Alfalpha, Gras, Gerste und Mineralien; jegliche Zusatzstoffe wie Wachstumshormone oder Antibiotika zur Krankheitsprophylaxe stehen selbstverständlich nicht auf dem Speiseplan. Das Wagyu-Fleisch der Morgan Ranch wird seit Jahren in einigen der exquisitesten Restaurants und Gourmetgeschäfte weltweit – in Deutschland von Otto-Gourmet – angeboten.

Wagyu Inforeise – Japan

Matsuzaka liegt in der Präfektur (Bezirk) Mie im Osten von Honshu, der Hauptinsel Japans. Die Sommer sind hier in der Regel heiß und trocken, die Winter kalt, jedoch mit geringem Schneefall. Während der heißen Sommermonate wird auf eine ausgezeichnete Luftzirkulation innerhalb der Ställe geachtet, die durch seitliche Öffnungen in den Außenwänden erreicht wird, welche im Winter durch Jalousien verschlossen werden. Besonders auffällig ist die außergewöhnliche Sauberkeit der Stallungen, die bei manchen Besuchern den Eindruck erweckt, sich in einem Showroom anstelle eines Stalls zu befinden. Gemästet werden die Tiere – ausschließlich jungfräuliche Kühe – mit einer speziellen Futtermischung, die je nach Alter der Rinder extra zusammengestellt und durch einen Computer gesteuerten Apparat verabreicht wird.

Die Takeda Farm befinden sich auf der nördlichsten der vier Hauptinseln Japans, auf Hokkaido. Das Klima ist mit dem Süddeutschlands zu vergleichen, die Winter sind lang, kalt und oft schneereich. Dennoch werden die Wagyus der Takeda Farm stets im Freien gehalten. Mr Shogo Takeda war der erste, der Wagyus auf Hokkaido einführte; dies war im Jahr 1954. Er ist ein Pionier der Wagyu-Zucht und war maßgeblich daran beteiligt, dass Vollblut-Wagyus in den 1970ern zur wissenschaftlichen Untersuchung in die USA exportiert werden durften. Bei näherer Betrachtung überrascht es daher nicht sonderlich, dass sich Mr Shogo Takeda mittlerweile hauptsächlich im Bereich der gentechnischen Nutzung der Wagyus geschäftlich betätigt. Dazu gehören der Vertrieb von Samen, Embryos, trächtigen Jungkühen und Zuchtbullen an andere Züchter und Mastbetriebe. Seit 1988 hat er auch ständige Geschäftspartner außerhalb Japans wie zum Beispiel in den USA und Australien; die beste dort verfügbare Wagyu-Genetik ist nur über ihn erhältlich. Trotz seines großen Engagements im Segment der Gentechnik ist Mr Shogo Takeda ein Spezialist in allen Belangen bezüglich der Wagyus. Dies liegt unter anderem daran, dass sein Betrieb einer der wenigen ist, der sowohl Zucht, Mast als auch Vermarktung und sogar teilweise die Schlachtung der Rinder durchführt. Wer sich von der überragenden Qualität der Takeda-Wagyus vor Ort überzeugen möchte, hat dazu im betriebseigenen Restaurant Gelegenheit; diese Chance ließen sich Sepp und Tina Krätz selbstverständlich nicht entgehen.

Wagyu Inforeise – Australien

Der erste Stopp erfolgte in Australien auf der Ranch von David und Julie Blackmore. Die Ranch liegt im Bundesstaat Victoria und ist mit dem Auto in zwei Stunden von Melbourne aus zu erreichen. Die klimatischen Bedingungen der Blackmore Ranch ähneln denen in Europa; im Sommer eher mediterran, im Winter mitteleuropäisch, wobei es auch zu Schneefall kommen kann. David Blackmore ist einer der führenden Wagyu-Experten außerhalb Japans. Seine außergewöhnlichen Kenntnisse über die Wagyu-Zucht verdankt er der jahrelangen, engen Zusammenarbeit mit Herrn Shogo Takeda, einem der größten und erfolgreichsten Wagyu-Züchter Japans. Das Fleisch, der von den Blackmores gezüchteten Wagyus, ist derart hochwertig, dass es selbst den Vergleich mit den besten Produkten japanischer Züchter nicht zu scheuen braucht. Seit längerem züchten die Blackmores nur noch Vollblut-Wagyus, d.h., dass die Rinder ohne Ausnahme Wagyus zu ihren Vorfahren zählen und keinerlei Abkömmlinge von anderen Rinderrassen.

Nach dem Verlassen Australiens flogen Sepp und Tina Krätz in das Ursprungsland der Wagyus, Japan. Hier besichtigten sie die Farmen von Herrn Shogo Takeda, der als die Autorität schlechthin für die Züchtung von Wagyus gilt, und Betriebe in der Region von Matsuzaka.